Das Bethaus ab 1723 - freidorf-banat

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Das Bethaus ab 1723

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Das Bethaus ab 1723

Von Anbeginn ihrer Ankunft und Ansiedlung im Jahre 1720, waren die ersten Ansiedler als gläubige Christen, nach Möglichkeiten bedacht, auch in der neuen Heimat, mit Andacht die Gebräuche ihres religiösen Glaubens wahrnehmen, pflegen und angemessen feiern zu können. 1723 begann der in Temeswar tätige Franziskanerorden der Provinz Bosnien die drei Jahre alte Siedlung Freidorf seelsorgerisch zu betreuen. Diese Mönche waren im Banat als „Bosnische Brüder“ bekannt. Zur Ausübung der Seelsorge im Dorf wurde somit ein Gotteshaus unbedingt notwendig.
Nach 1720, dem Gründungsjahr Freidorfs, war das Jahr 1723 ein weiterer wichtiger Moment in ihrer Dorfgeschichte. In der Pontelli-Chronik ist zu lesen: „Freidorf wurde im Jahre 1723 zum Dorfe erklärt und gleichzeitig wurde auch eine römisch-katholische Kirche gegründet“. Zweifellos  betrachtet Pontelli von geistlicher Sicht mit dem Begriff "Kirche", sinnbildlich die "Einweihung eines Bethauses", denn von dem ungarischen Banat-Chronist und Historiker Professor Dr. Lajos Barotti-Grünn wird berichtet, dass die erste und im Sinne des Wortes richtige Kirche,  erst im Jahre 1735 errichtet wurde. Zudem war auch zur damaligen Zeit die Siedlung zum Bau einer echten Kirche noch zu klein. Überlieferungen besagen, dass in einem Bauernhaus an der Ecke „Gradi-Gass“ zur „Kreuzgass“, auf dem Hausplatz der verstorbenen Müller Marie, eine Kammer in einen Betraum umgestaltet worden sein soll. Der Giebel des Bauernhauses soll in die Kreuzgasse geschaut haben. Das alte um 1900 abgerissene Bauernhaus, in dem die eine Kammer als Betkammer eingerichtet worden war, war demgemäß das besagte Bethaus. In der Betkammer hat sich das fleißige Häuflein der Erstansiedler versammelt, um zu beten, zu singen und Gott um Hilfe anzuflehen.
Das Haus war um 1900 das Elternhaus des Freidorfer Tischlermeisters Jakob Mumber. Sein Sohn (Josef Mumber) wusste von den Eltern: Hinter dem Schlafzimmer an der Gassenseite befand sich eine Küche und dahinter als dritter Raum eine größere Kammer, die wohl früher die Betkammer gewesen und später noch bis ins Jahr 1900 Proberaum der Freidorfer Musikkapelle war, was für die besagte Überlieferung spricht.
Soweit nach diesen Kenntnissen nachvollziehbar, könnte das Freidorfer Bethaus wie auf der Abbil-dung dargestellt, ausgesehen haben. Es war Brauch, an eine Außenwand der Bethäuser ein Kreuz anzumalen.    
                                                                                                          Verfasst von Michael Zikeli nach Vorlagen von Jakob Vorberger  

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Letzte Aktualisierung: 16.08.2017
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